Versicherungen: Das Beste aus einer schlechten Situation machen

Die Versicherungsbranche ist einer der wichtigsten deutschen Wirtschaftszweige überhaupt. Die Deutschen lieben ihre Versicherungen und viele sind total überversichert. Man schenkt dem Vertreter glauben, der an der Haustür anklopft oder dessen Besuch einen von Freunden ans Herz gelegt wurde.
Bei genauerem Hinsehen merkt man aber, dass gerade die wichtigsten Versicherungen fehlen oder nicht richtig abgeschlossen wurden.

Haftpflichtversicherung

Die wohl wichtigste Absicherung im privaten Haushalt bildet die Haftpflichtversicherung. Grundsätzlich ist jeder für einen von ihm verursachten Schaden eines Dritten haftbar, ohne Begrenzung nach oben. Und genau hier greift die Versicherung, welche nämlich gegen Entgelt dieses Risiko stemmt und die Personen eines Haushalts schützt. Diese deckt Personen- und Sachschäden in Privathaushalten bei Ausübung privater Tätigkeiten. Die Abgrenzung ist strikt und schliesst zum Beispiel bereits Freiwilligenarbeit aus.
Zusätzlich deckt die eigene Versicherung auch dann den Schaden, wenn der Schädiger keine Privathaftpflichtversicherung hat.
Kinder sind mitgedeckt, doch gibt es einige Tücken, die man beachten muss. So ist ein Kind nicht automatisch mitversichert. Diese greift dann, wenn die Aufsichtspflicht, welche man als Eltern hat, verletzt wurde und ein Schaden entstand. Beispielsweise dann, wenn das Kind mit dem Fussball eine Scheibe eingeschlagen hat.
Sind die Kinder weniger als sieben Jahre alt, gelten sie als deliktunfähig und Eltern haften nur dann, wenn sie die Aufsichtspflicht verletzt haben. Deshalb darauf achten, dass auch deliktunfähige Kinder in der Versicherung miteingeschlossen sind.

Zwischen sieben und achtzehn Jahre alte Sprösslinge werden in der Regel von der Haftpflichtversicherung mit in die Deckung einbezogen. Die Versicherung muss aber nicht immer haften – Unter Umständen kann die Last auch auf die Kinder abgewälzt werden was dann zwar die Versicherung aus der Verantwortung entlässt, nicht aber die Eltern, denn ein zehnjähriger Knabe wird kaum eigenes Geld haben. Kann der Minderjährige nämlich selbst abschätzen, ist also geistig reif genug, die Tragweite seines Handelns zu verstehen, haftet dieser selbst. Wenn diese Konsequenzen aber nicht klar waren für das Kind, haften die Eltern und wenn die Aufsichtspflicht verletzt wurde, dann greift die Versicherung.

Weitere Versicherungen

Daneben ist es ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschliessen. Gerade junge Menschen wollen natürlich nicht daran denken, eine Krankheit zu bekommen, die sie so stark einschränken könnte, dass sie ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Aber gerade das ist ja der Sinn einer Versicherung: Das Beste aus einer schlechten Situation zu machen. Gerade in jungen Jahren kann man von günstigeren Konditionen profitieren, als wenn man wartet, bis man vierzig ist.
Auch eine Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein: Heutzutage ist unser Leben derart komplex geworden, dass die Chancen auf eine gerichtliche Auseinandersetzung durchaus beträchtlich sind. Eine solche Versicherung deckt Streitigkeiten rund ums Auto, um die Wohnung oder den Arbeitsplatz.
Autobesitzer haben keine Wahl und müssen eine KFZ-Haftpflichtversicherung abschliessen, denn gerade im Strassenverkehr ist schnell etwas passiert und zum anderen sind die Summen, mit welchen man sich herumschlagen muss, sehr gross. Hat sich nämlich ein Mensch verletzt, ist man verantwortlich und muss Heilungskosten tragen und auch entstehende Erwerbsausfälle werden auf den Schädiger übertragen.

Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass mindestens eine Privathaftpflichtversicherung unbedingt abgeschlossen werden sollte, gerade da sie auch nicht sehr teuer ist. Die Sicherheit aber, die lässt Sie bestimmt viel besser schlafen!